Streckmetall für die Jahrhunderthalle Bochum

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Eine geschuppte Streckmetall Fassade für die Jahrhunderthalle Bochum.

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Streckmetall Fassade? Jahrhunderthalle Bochum?

Die denkmalgeschützte Jahrhunderthalle auf dem ehemaligen Bochumer Kruppgelände? Ja genau die meine ich.

Hofspange – Fassade Nord-West

Heute nehme ich Sie mit auf eine kleine Zeitreise ‘back to the roots’. Mit diesem Projekt hat bei meinem Thema Streckmetall mehr oder weniger alles angefangen. Vor fast 20 Jahren kam das damalige Architekturbüro Petzinka Pink Architekten (heute pinkarchitektur) auf uns zu. Einer der Projektleiter in diesem Büro stellte sich eine außergewöhnliche Fassade für ein neues Projekt vor. Er hatte irgendwie von Streckmetall gehört. Durch eine Empfehlung bekam unsere Kontaktdaten und alles begann.

Kurz zuvor hatten wir eine kleine Fassade mit Streckmetall an einem Parkgeschoss fertiggestellt. Das war keine große Sache. Ausreichend aber, um dem Architekten Streckmetall live zu präsentieren.

Danach hatte er Blut geleckt und war Feuer und Flamme von diesem Material. Nun begann die Planung für den Architektenwettbewerb.

Revitalisierung eines Denkmals

Die denkmalgeschützte Jahrhunderthalle stand im Zentrum der Revitalisierung, und damit die Planung für einen zeitgemäßen Veranstaltungsort. Aus dem fast 100 Jahre alten Komplex eines Stahlwerks sollte etwas Neues geschaffen werden. Die Vorgabe war, Raum für Musiktheater, Konzerte und ähnliches zu schaffen.

Hofspange – Fassade Gebäudeecke

Mit den zuständigen Behörden waren so einige Hürden zu nehmen. Es mussten die Denkmalpflege, Versammlungsstätten- und Energieeinsparverordnung in Einklang gebracht werden. Zudem war das Thema Brandschutz zu lösen.

Die außergewöhnliche Wirkung neuer Architekturteile mit den vorhandenen Hallenstrukturen macht den ganz besonderen Reiz dieser Anlage aus. Letztlich ging es um eine einfache und robuste Interpretation der Architektur, sowohl im Neu- als auch im Altbau.

Aufgrund des engen Budgets fing dies schon bei der Auswahl der Materialien an.

Nicht das Detail stand im Vordergrund, sondern der große Raumeindruck und die authentische Wirkung. Die Auswahl und Verarbeitung aller Materialien musste dem industriellen Design entsprechen.

Der historische Komplex besteht aus vier Hallen unterschiedlicher Größe. Dazu ergänzen zwei Neubauten die Jahrhunderthalle funktional. Im Südosten wird über die ganze der Länge Halle 1 die neue Südspange als Foyer angelegt. Parallel wird auf den Rückseite der Halle 1 ein weiteres Bauwerk ergänzt – die Hofspange. Diese bietet Platz für den nicht öffentlichen Aufenthaltsbereich der Künstler.

Im Untergeschoss befinden sich die Besucher-Garderoben, WC-Anlagen sowie Lagerräume. Durch das neue Foyer und die Hofspange konnte das Konzept ohne Eingriffe in den Bestand umgesetzt werden.

Streckmetall-Fassade für die Hofspange

Die Hofspange war der Gebäudeteil, der eine Streckmetall-Fassade erhalten sollte. Aber nicht im 08/15-Look, sondern als geschuppte Fassade. Das war der totale Widerspruch zu den gewünschten niedrigen Kosten. Dadurch musste es kommen, wie es kommen musste. Das Delta zwischen dem gesteckten Budget und den vorliegenden Angeboten war zu groß. 

Die öffentliche Ausschreibung wurde aufgehoben. Danach fingen die bürokratischen Mühlen an zu mahlen. Um die Sache abzukürzen, wir (damals Metallbau Bonrath) bekamen trotzdem den Zuschlag für die Planung, Fertigung und Montage der Streckmetall Fassade.

Zeichnung Schnitt Streckmetall Fassade First
V-Schnitt First

Die Fassade besteht aus einer senkrechten Unterkonstruktion. Diese besteht aus Alu-Rechteckprofilen mit aufgesetzten Punkthaltern aus Edelstahl. Die einzelnen Elemente der Fassade bestehen aus rechteckigen Streckmetall-Tafeln. Diese sind aus Stahl hergestellt und anschließend feuerverzinkt worden. Dies spiegelt den geforderten industriellen Charakter der Fassade wider.

Die einzelnen Streckmetall-Elemente wurden mit speziellen Befestigungspunkten versehen. Diese sind schräg in den Elemente eingeschweißt, sodass eine geschuppte Anordnung auf den Punkthaltern möglich ist. Das Streckmetall hat ein Rautenmasche mit einer Maschenlänge von 76 mm.

Das Highlight der ganzen Projekts aber ist folgendes: nicht nur die Fassaden sind verkleidet, sondern auch das Dach bekam eine Verkleidung aus Streckmetall-Elementen. Eine große Herausforderung war die Notausgangstür im Westgiebel, denn alleine das Gewicht der gesamten Tür-Konstruktion beträgt mehrere hundert Kilo.

Planung der Streckmetall Fassade

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei diesem Projekt war die Planung der Streckmetall-Fassade, denn die Elemente wurden alle schuppenartig angeordnet. Dadurch wurde eine Planung in 3D notwendig, was zur Jahrtausendwende schon eine Herausforderung war. Und nicht nur die Planung war herausfordernd.

Zum Einen galt es folgendes zu beachten: die Streckmetall-Elemente wurden alle nach der Fertigung feuerverzinkt. Dadurch durften auf der Baustelle keine Anpassungen mehr erfolgen. Zum Anderen konnte kaum eine Verzinkerei das Streckmetall zufriedenstellend feuerverzinken.

Durch die zwar aufwendige, aber sehr stark detaillierte, Fassadenplanung war es möglich, einen Vorfertigungsgrad zu erreichen. Aufgrund dessen konnte dann auch bei der Montage viel Zeit eingespart werden. Dieses wirkte sich wiederum positiv auf die Gesamtkosten aus, sodass letztlich alle Beteiligten zufrieden waren.

Kürzlich war ich nach fast 20 Jahren wieder vor Ort in Bochum, und ich war sehr positiv überrascht. Nach dieser langen Zeit sieht die Streckmetall Fassade immer noch so schön aus wie am ersten Tag (bis auf den Glanz der feuerverzinkten Oberfläche.

Mittlerweile ist die Jahrhunderhalle Bochum als Veranstaltungshalle für verschiedene Zwecke schon weit im Voraus ausgebucht.

Auch Sie können so etwas bei Ihrem Projekt realisieren. Ich helfe Ihnen dabei!

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